das Opfer des Paters

Im August 1941 gelang einem der Häftlinge aus dem KZ in Auschwitz die Flucht.
Aus Wut, Hass, Rache und Abschreckung zugleich wurden abends beim Appell
zehn Männer ausgewählt,
die in einer Zelle ohne Essen und Trinken qualvoll sterben sollten.
Der Kommandant rief wahllos zehn Nummern auf, und die Männer traten vor.
Unter ihnen war ein junger Pole, Franz Gajowniczek.
Er trat weinend aus der Reihe und brach schreiend zusammen.
Da löste sich ein elfter Mann aus der Reihe und ging auf den Lagerleiter zu:
„Ich bin katholischer Priester, ich bitte Sie, lassen Sie mich für den Mann gehen,
der eine Frau und drei kleine Kinder zu Hause hat!“
Der Lagerleiter war so verblüfft, dass er der Bitte nachgab.
Pater Maximilian Kolbe ging für den jungen Polen in die Zelle
und starb einen qualvollen, elenden Tod.
Der andere Mann war gerettet.
Er hatte durch das Opfer des Paters sein Leben noch einmal geschenkt bekommen.

Das ist der tiefe Sinn von Karfreitag und Ostern.
Einer starb für uns, damit wir leben können.