Auf der Suche nach Gewissheit

Die Lebensgeschichte von K.K. Alavi lässt tief
blicken, in welchen Zwängen sich die Menschen
im Islam befinden.
Als ich am Abend von der Schule heimkam, band mich
mein Vater an einer Säule auf unserer Veranda fest und
schlug mich so lange mit einem Stock, bis ich weiche Knie
bekam. Am nächsten Morgen rief er mich zu sich und
sprach freundlich mit mir: „Wir Muslime sollten solche
Bücher nicht lesen;
sie sind verboten, vor allem die Bücher der Christen.
Weil ihre Bücher für uns so anziehend sind,
könnten auch wir zum Christentum übertreten,
wenn wir sie lesen.
Was würde dann mit unserer Familie passieren?
Unser ganzes Leben wäre zerstört. Die Gemeinschaft
würde uns ausstoßen, was nach dem Islam einem Fluch
gleichkommt.“ – Daraufhin versprach ich meinem Vater,
nie mehr solche Bücher zu lesen.“

„Deshalb gab ich das Testament in eine Plastiktüte und versteckte
diese unter einem Stein im Wald. Oft ging ich in den Wald,
um darin zu lesen, besonders im Johannesevangelium.“

***

In unserem Land können wir „NOCH!“ ungehindert die Bibel lesen.
Niemand muss das heimlich tun, zu einfach?

One thought on “Auf der Suche nach Gewissheit

  1. Da kann man es sich in Deutschland leicht machen und sagen: „Na dort in Indien ist das ja auch kein Wunder, wie die leben und was dort los ist“.
    Schauen wir mal in die nähere Umgebung von Europa, in die Türkei. Ich zitiere Experten von OpenDoors (www.opendoors.de) die sich mit Menschenrechten und insbesondere der Christenverfolgung weltweit auskennen.
    „Am 15. Juli 2016 veränderte sich die Situation des Landes dramatisch, als ein Staatsstreich gegen Präsident Erdogan fehlschlug. Die darauf folgende Reaktion der Regierung war so heftig, dass sich das Land nun zu einer Diktatur gewandelt hat, was Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft hat.“
    „Christen aus traditionellen Kirchen werden als „fremd“ bzw. „ausländisch“ eingestuft, regelmäßig überwacht und sind gewissen Kontrollen vonseiten der Regierung ausgesetzt. Christen muslimischer Herkunft werden als Verräter der türkischen Identität gesehen und tragen die Hauptlast der Verfolgung, die von Familie, Freunden, der Gesellschaft und lokalen Behörden ausgeht. Christen aus protestantischen Freikirchen formen meist kleine Gruppen. Viele von ihnen treffen sich in Häusern, was zu Widerstand von Nachbarn führen kann.“
    Innerhalb von einem Jahr und ein paar Monaten hat sich die Türkei politisch und gesellschaftlich dramatisch verändert.
    Diskutiert wird viel, dennoch ist die Türkei EU-Beitrittskandidat. Spannend.

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