schmerzhafte Veränderungen – Tittytainment

Im September 1995 fand im berühmten Fairmount Hotel
in San Francisco eine Konferenz erfahrener Staatsmänner
statt, unter denen beispielsweise Michail Gorbatschow, George Bush,
Margaret Thatcher und George Schultz waren.

Ebenfalls vertreten waren verschiedene Führer der Wirtschaft,
Vertreter der IT-Branche sowie angesehene Finanziers und Professoren
aus Stanford, Harvard und Oxford.
Dieser „globale Braintrust“ fand heraus, dass nur 20 % der weltweit
Beschäftigten für eine funktionierende Weltwirtschaft ausreichend sei,
also lediglich ein Fünftel von ihr benötigt wird.

Die Pragmatiker im Fairmount Hotel betitelten unsere Zukunft,
(in der wir ja schon leben) mit dem Verhältnis von 20 zu 80 und
dem Begriff „Tittytainment“.
Mit anderen Worten bedeutet dies, dass zwanzig Prozent der weltweit
Beschäftigten ein sehr aktives Leben führen, Geld verdienen und über eine
gute Kaufkraft verfügen werden – unabhängig vom Herkunftsland.

Aber was wird aus dem Rest, den übrigen achtzig Prozent?
Ihnen steht eine völlig andere Zukunft bevor.
Einer der Konferenzteilnehmer fasste diese Entwicklung mit dem
Satz „Fressen oder gefressen werden“ zusammen.

Zbigniew Brzezinski, der ehemalige Sicherheitsberater von Jimmy Carter,
schuf das Wort „Tittytainment“.
Es handelt sich dabei um eine Kombination der Worte „Entertainment“ (Unterhaltung)
und „Tits“, dem amerikanischen Slangwort für die weiblichen Brüste.
Der Begriff beschreibt das Bedürfnis nach möglichst viel Unterhaltung
und genügend Essen, um die frustrierten achtzig Prozent der Weltbevölkerung bei
Laune zu halten! Was für eine Welt!
Eine ähnliche Beschreibung würde wohl auf das Römische Reich kurz vor seinem
Untergang zutreffen.
(aus Business ohne Grenzen von Gunnar Olson)