Isolierungslager der DDR

Noch im Herbst 1989 wollte die SED-Führung 85.939 Bürger der DDR in Lager sperren.
Jedenfalls hatte sie das Ministerium für Staatssicherheit
mit konkreten Planungen beauftragt, Oppositionelle, Kirchenvertreter, Künstler,
Nichtwähler, Menschen mit „West-Verbindungen“ oder solche,
die „aus der SED ausgeschlossen wurden bzw. aus Blockparteien ausgetreten sind“,
im Fall „einer inneren Krise, einer Spannungsperiode oder im Verteidigungszustand“
binnen vierundzwanzig Stunden konspirativ zu verhaften und in speziell vorbereitete
Objekte zu verbringen in Burgen, Schulungsheime oder mitunter sogar in Ferienlager.

Diese wiederum sollten mit Stacheldraht und Wachtürmen umgeben und so das ganze Land mit Isolierungslagern überzogen werden.
0,50 Mark der DDR sollte der tägliche Verpflegungssatz pro Insasse betragen.

Viele der Dokumente hierzu sind vernichtet worden.
Und möglicherweise wären diese Lager-Pläne völlig unerkannt geblieben,
wären nicht zum Jahreswechsel 1989/1990 wichtige Stasi-Zentralen
von mutigen Bürgerechtlern gestürmt und besetzt worden – zuerst in Erfurt,
später dann in Leipzig, Jena, Wernigerode und Berlin.
(Quelle: MDR Kultur)

Massenverhaftungen waren geplant um einen Aufstand wie 1953 zu verhindern.
Vieles werden wir wohl nie erfahren,
weil die Stasi nach dem Mauerfall die meisten Akten vernichtete.
Was wäre wohl gewesen, wenn die DDR-Führung 1989 noch gekonnt hätte, wie sie wollte.