der Eroberer

In Ungarn kam ein Hauptmann der sowjetischen Armee zu einem Pfarrer und bat,
ihn allein sprechen zu dürfen.
Der Bursche war noch sehr jung und ungehobelt,
vor allem seiner Rolle als Eroberer bedacht.
Nachdem er in ein kleines Sprechzimmer geführt worden und die Tür geschlossen war,
nickte er zu dem Kreuze hin, das an der Wand hing.
„Sie wissen, dass das Ding da eine Lüge ist“, sagte er zu dem Pfarrer.
„Es ist so ein Stück Betrug, mit dem ihr Pfarrer die armen Leute zu fangen pflegt,
um es den Reichen zu erleichtern, sie in Unwissenheit zu halten. Nun denn!
Wir sind allein! Geben Sie mir gegenüber jetzt zu,
dass Sie noch nie wirklich geglaubt haben, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist!“
Der Pfarrer lächelte freundlich:
„Aber mein lieber junger Freund, selbstverständlich glaube ich so. Das ist wahr.“
„Ich dulde es nicht, solche Mätzchen mit mir zu machen!“, schrie der Hauptmann.
„Es ist mir bitter ernst. Lachen Sie nicht noch über mich!“
Er zog seinen Revolver heraus und hielt ihn dem Pfarrer vor die Brust.
„Wenn Sie jetzt nicht zugeben, dass alles Lüge ist, werde ich abdrücken!“
„Ich kann es nicht zugeben, denn es ist nicht wahr.
Unser Herr Jesus Christus ist wirklich und wahrhaftig der Sohn Gottes“,
sagte der Pfarrer.
Der Hauptmann schleuderte seinen Revolver auf den Boden und umarmte den Mann Gottes.
Tränen traten ihm in die Augen. „Es ist doch wahr!“, schrie er.
„Es ist wahr! Auch ich glaube es, aber ich war mir nicht sicher,
ob Menschen für diesen Glauben auch sterben würden,
bis ich es jetzt selber erlebt habe. Oh, ich danke Ihnen!
Sie haben meinen Glauben wieder aufgerichtet.
Auch ich kann jetzt für Christus sterben. Sie haben es mir gezeigt.“

(aus Richard Wurmbrands Buch)