‚Selbstbestimmung‘ eine Illusion?

Als Synonym zur Selbstbestimmung findet sich vor allem die Autonomie.
An dieser Stelle offenbaren sich die Schwierigkeiten.
Absolute Unabhängigkeit und Willensfreiheit gibt es nicht wirklich
und sollte es auch nicht geben.
Denn:
ALLES hängt mit ALLEM zusammen.
Wir sind aufeinander angewiesen.
Die Freiheit des einen ist die Unfreiheit des anderen.
Wenn jeder einfach machen kann, wonach ihm gerade der Sinn steht,
entsteht Chaos.

Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann,
was einem anderen nicht schadet.
Also: ‚Freiheit innerhalb sinnvoller Grenzen‘ statt ‚Selbstbestimmung‘

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann,
was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“

Jean-Jacques Rousseau (1712-78)

Sinnvolle Grenzen schützen uns vor den Übergriffigkeiten anderer.

Die uneingeschränkte ‚Selbstbestimmung‘ ist also eine Illusion.
Sie führt nicht in die Freiheit.
Außerdem hängen wir am Gängelband von Gefühlen, vorbewussten Entscheidungen
und Prägungen.