Tobias und die Dienstreise nach Australien

Aussie /14-Tages-Quarantäne /Frankfurt:
Mit reichlich Papieren ausgestattet gehe ich an den Flugschalter zum einchecken.
Die freundliche Dame am Schalter fordert auch alles ein:
PCR-Test, Visum, Ausnahme-Einreisegenehmigung, Gesundheitserklärung.
Doch das reicht noch nicht aus, ein Anruf bei der Einreisebehörde in Australien erfolgt,
wo nochmals bestätigt wird das ich einreisen darf.
Erst jetzt gibt es die Bordkarten und es kann losgehen. Der Flug nach Doha ist gut besetzt. Landung in Doha, Aufenthalt im Transitbereich, keine Kontrolle oder sonstiges.
Dann nochmals Handgepäck durchchecken lassen und zum Gate für Melbourne einchecken.
Ich bin zeitig dran, aber auch nach langem Warten stellen sich nur wenige Passagiere ein.
Hmm, die kommen sicher noch. Tun sie am Ende doch nicht,
beim Einsteigen frage ich den Mann von der Airline ob das alle Passagiere seien,
er antwortet mit: „Ja, manchmal sind es etwas mehr“. Hier sei gesagt,
dass ich 12 Erwachsene und 2 Kleinkinder gezählt habe. Die Maschine die uns nach Melbourne bringt ist eine Boeing 777, mit Platz für ca. 305-550 Passagiere (Wikipedia).
Skeptisch steige ich ein, es kommen aber nicht mehr als die paar Hanseln.
Unterwegs frage ich die Flugbegleiter ob das normal ist das es nur so wenig Leute mitfliegen. Schulterzuckend sagt man mir, dass es max. 40-50 Leute auf dem Hinflug sind,
das ist reguliert durch die australische Regierung.
Auf dem Rückflug können es beliebig viele sein. Aha, wir halten fest: Rauslassen gerne, reinlassen nicht so gerne. Ankunft in Melbourne: Im Flughafengebäude wartet die erste Kontrolle mit Seuchenanzügen, ich werde gebeten meine alte Maske zu entsorgen
und erhalte eine neue gereicht, checken meiner Identität.
Auf zur 2. Kontrolle beim Mann mit Seuchenanzug: Kurze Fragen zum Gesundheitszustand.
Weiter zur 3., mehr Fragen zu meinem Wohlbefinden und Temperaturmessung.
Koffer abholen.
Bei 4. werde ich eine Liste mit Ländern durchgefragt die ich möglicherweise besucht haben könnte, ich verneine und komme zu 5., hier wird wieder der Pass gefordert,
ich bekomme meinen Quarantänebescheid und den Hinweis, dass bei brechen der Quarantäne eine Haftstrafe bzw. Geldstrafe um die 20000 AUD (ca.12500€) droht. Nett! Mit dem Bescheid geht es zu Nummer 6, dort erhalte ich etwas Wasser und einen Keks und werde zu 7. geschickt. Hallo, Sie haben sicher noch nicht das Formular für den Bundesstaat Victoria ausgefüllt (einen Sch…dreck habe ich und überhaupt…). Dankbarerweise füllt die Dame es selbst aus und es geht weiter zu 8., hier werden nochmal die Koffer durchleuchtet.
Weiter geht es in die Warteschlange, dann öffnet sich die Tür und für einen kurzen Moment betrete ich mit ca. 10 anderen Leuten australischen Boden, bevor wir in einen Linienbus einsteigen der uns zum Hotel bringt. Da wir aber scheinbar sehr gefährlich sind, wird eine Polizeieskorte mitgeschickt. Am Hotel warten wieder bewaffnete Polizisten und eine Truppe mit Seuchenanzügen macht sich bereit uns zu empfangen. Die letzten Momente in Freiheit vergehen schnell, dann werde ich zu meinem Zimmer gebracht und bekomme den netten Hinweis auf Geld bzw. Haftstrafe wenn ich unerlaubt das Zimmer verlasse. Zur Sicherheit sitzt eine Wache im Gang, immer! „Klack“ ist die Tür zu, kleines, aber sehr neuwertiges Zimmer. Lets go Quarantäne!
Die Ruhe dauert nicht lange, da klopft die Krankenschwester im Seuchenanzug an der Tür,
der erste PCR-Test. Weitere 4 werden folgen. Sicher ist sicher. Die erste Nacht ist schwierig, die Flugverpflegung verabschiedet sich im Schnelldurchgang, wenig Schlaf.
07:30 Uhr klopft es an der Tür, Tür öffnen ist erlaubt, aber nur mit Maske.
Draußen steht die Tüte mit Frühstück. Wenig später klingelt das Telefon: Der medizinische Dienst macht seine tägliche Befragung. Kopfschmerzen, Geruchsverlust, Fieber, Husten, Schnupfen, Durchfall oder sonstige Beschwerden? Beim Durchfall bekenne ich mich schuldig, dafür gibt es gleich einen Bonus-PCR-Test, nur so zur Sicherheit;-)

Als nächstes ruft die psychologische Betreuung an und bietet ihre Dienste an.
Rundumpaket für die Gäste. 3 Mahlzeiten gibt es am Tag, nicht wählbar.
Über das Internet darf man sich Essen liefern lassen, auch Sachen vom Supermarkt.
Das man was bekommt wird durch das ausfüllen eines weiteren Formulars gesichert,
da stimmt man zu, dass alles überprüft werden darf. Man kann sich auch einen Hometrainer bestellen, war nicht so einfach, da Melbourne gerade im Lockdown ist und viele so ein Teil mieten wollen. Kommt hoffentlich morgen (Donnerstag).
Ich habe fein das Formular ausgefüllt und mir Snacks ausm Supermarkt bestellt,
heute kam die Lieferung, war wie Weihnachten. Eine kleine Herausforderung stellte der Wäscheservice dar. Nie ein großes Problem im Hotel, jedoch nicht so einfach bei Quarantäne. Ich formuliere es kurz, weil es schon beim aufschreiben nervt:
Anruf bei der Rezeption, ein Beutel wird vor die Tür gelegt. Maske auf, Tür auf, Beutel rein. Beutel hat viele Sicherheitsnadeln und Papierzettel dabei. Anruf bei der Rezeption,
was soll ich damit? 8 Kleidungsstücke mit Zettel und Sicherheitsnadel versehen, alles verpacken und Beutel vor die Tür legen, Bescheid sagen wenn die Sachen fertig sind.
Ich pack alles fein ein und stell den Beutel raus. Anruf bei der Rezeption,
Info das der Beutel draußen ist. Schock am anderen Ende der Leitung! Nein, der Beutel muss wieder rein, erst kurz vor 18 Uhr raus stellen! Gefahr erkannt,
so hole ich meinen Seuchen-Gift-Gefahrenbeutel wieder rein, stelle mir den Wecker und stelle ihn später wieder raus…Wie konnte ich nur. Heute, am Freitag, ist leider immer noch kein Fahrrad da, aber youtube sorgt auch für sportliche Unterhaltung für Quarantänegäste.
Ein Anruf kommt wie immer vom medizinischen Dienst, heute ist mal wieder Testtag.
Hatten wir ja lange keinen. Schade das man nicht einfach die Tür zulassen kann.
Zur besonderen Freude ruft mich auch noch jemand vom Amt für die Quarantäne an,
es geht um die Entlassung. Freundlich werde ich darauf hingewiesen, dass ich nicht am übernächsten Sonntag, sondern erst Montagmorgen entlassen werde, wegen meiner späten Ankunft. Wieder bissel Bonus eingeheimst. Zusätzlich bekomme ich noch den Hinweis, dass ich mich doch am 17.Tag und 21.Tag noch testen lassen soll. Kein Kommentar.

Fortsetzung folgt …